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Kategorie: Gesellschaft

Ersatzfamilien für Aids-Waisen

Wenn früher in Masaka, einer Region im Süden Ugandas, ein Elternteil starb, fing die Großfamilie die Kinder auf. Doch heute leben in Uganda rund eine Million Aids-Waisen, die Seuche ist die häufigste Todesursache bei den 15- bis 49-Jährigen. Die Erwachsenen, die für den Lebensunterhalt sorgen, sterben.

Sie hinterlassen Kinder und Alte, die täglich um ihr Überleben kämpfen. Die Kindernothilfe unterstützt deshalb Selbsthilfegruppen in Masaka. Sie treten an die Stelle der Großfamilien, bieten Waisen und Witwen Halt (Projekt 66112/AA/12).

Situation vor Ort
Wie dramatisch die Situation im Süden Ugandas ist, zeigen folgende Zahlen: Im Projektgebiet in Masaka gibt es insgesamt 7364 Haushalte. Davon sind 1547 Kinderhaushalte, 3410 werden von Frauen geführt. Uganda leistete in den vergangenen Jahren jedoch eine gute Aufklärungsarbeit.

Die Rate der Neuinfektionen sank jährlich, im vergangenen Jahr um sechs Prozent. Dennoch: Uganda zählt weiterhin zu den ärmsten Ländern der Welt, 90 Prozent der Menschen leben unterhalb der Armutsgrenze.

Bürgerkriege und regionale Konflikte verschärfen die Situation zusätzlich. Die medizinische Versorgung ist schlecht, viele Kinder wachsen ohne elterliche Zuwendung auf. Schulbesuche können sie sich nicht leisten, oft fehlt es am Notwendigsten.

Das Projekt
Seit Oktober 2005 fördert die Kindernothilfe darum in Masaka ein Projekt des Mobile Aids Home Care, Counselling & Orphans Programme (MAHCOP). Die Zielgruppe sind die Ärmsten der Armen: Frauen sowie Kinder und Jugendliche, die eigenen Haushalt führen müssen. Oft sind Ehemänner und Väter an Aids gestorben.

In der Projektarbeit werden die Ärmsten der Gemeinschaft motiviert, Selbsthilfegruppen zu gründen. Die Gruppen bestehen aus rund 15 Mitgliedern und treffen sich jeweils wöchentlich. Sie teilen ihre Sorgen und Ängste, machen sich gegenseitig Mut und sparen Geld.

Die Gemeinschaft hilft ihren Mitgliedern aus ihrer Einsamkeit und der gesellschaftlichen Isolation. Wenn zum Beispiel ein Gruppenmitglied krank wird, helfen die anderen bei der Feldarbeit und stellen in Notfällen etwas Geld zur Verfügung.

Ohne die Gruppe wäre jedes Mitglied auf sich allein gestellt.
Gerade für die Jugendlichen, die sich alleine um ihre jüngeren Geschwister kümmern müssen, sind die Gruppen eine Art Ersatzfamilie.

Außerdem sparen die Gruppen gemeinsam Geld. Es wird reihum als Kredit vergeben, so dass die Mitglieder erst den Umgang mit Geld lernen und dann Einkommen schaffende Maßnahmen durchführen - sie können etwa kleine Kioske eröffnen.

Durch solche Projekte sollen sie in die Lage versetzt werden, selbst für ihre Familien sorgen zu können. Später wählen die Gruppen Vertreter, die sich für Belange der Menschen in der Region einsetzen. Sie sollen ermutigt werden, Verantwortung zu übernehmen.

MAHCOP begleitet die Selbsthilfe-Gruppen sehr intensiv. Die Mitarbeiter organisieren Workshops zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel Ernährung, Gesundheitsvorsorge, HIV/Aids, Konfliktlösung oder angepasste organische Landwirtschaft.

Kinder und Erwachsene lernen Lesen und Schreiben.
Dank der Unterstützung von MAHCOP und Kindernothilfe werden die Ärmsten der Armen in die Lage versetzt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.


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Stichwort: Z57131, Selbsthilfegruppen Uganda
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