Ärzte, Krankenkassen, Pflege- und Hospizdienste arbeiten zusammen
Damit aus einem Ambulanten Pflegedienst ein Ambulanter Palliativpflegedienst wird, braucht man Mitarbeiter mit der Zusatzqualifikation Palliative Care. Palliative Care ist ein ganzheitliches Konzept für die Behandlung und Betreuung unheilbar kranker oder sterbender Menschen. Im Zentrum aller Maßnahmen steht bei Palliative Care immer die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Angesichts der veränderten Pflegebedingungen bei Palliativpatienten ist es für die Mitarbeiter wichtig, sich mit Themen wie begrenzter Lebenszeit, Sterben, Tod und Trauer eingehender zu befassen. Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ambulanten Palliativpflegedienstes der Malteser haben deshalb eine 160stündige Fortbildung gemacht. Vermittelt wurden u.a. Grundkenntnisse der Schmerztherapie und Symptomkontrolle, besondere Methoden zur Wundbehandlung, Aspekte der Krankheitsbewältigung, Begleitung der Angehörigen, Kommunikation und Wahrnehmung, Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. Unterstützt werden die examinierten Palliative-Care-Mitarbeiter von der Allgemeinmedizinerin Dr. Martina Heinemann. Sie betreibt eine Praxis in Duisburg-Duissern und steht als Palliativärztin in Rufbereitschaft rund um die Uhr für Fragen zur Verfügung. Die Mitarbeiter des Ambulanten Palliativpflegedienstes kontaktieren Frau Dr. Heinemann, wenn sie in besonderen Fällen eine telefonische ärztliche Beratung benötigen. „Der Vertrag mit den Krankenkassen ist unterschrieben. Dabei sind die Malteser die ersten in Duisburg, die eine Vereinbarung mit den Kassen zur Versorgung von Palliativpatienten abgeschlossen haben. Nach den Sommerferien, am 6. August, werden wir mit dem Ambulanten Palliativpflegedienst starten“, erklärt Hiltrud Reicherts, Leiterin des neuen Dienstes. Unter der mobilen Rufnummer 0175 / 7 22 61 36 ist der Palliativpflegedienst dann rund um die Uhr erreichbar, das Einsatzgebiet umfasst das gesamte Duisburger Stadtgebiet. Auch die Kostenübernahme ist geregelt. Patienten, die plötzlich unheilbar erkranken (z.B. an Krebs) haben nach einem sogenannten Schnellbegutachtungsantrag Anspruch auf Palliativpflege, auch wenn sie zuvor noch keine Pflegestufe beantragt hatten.
Malteser setzen Schwerpunkt auf Hospizarbeit und Palliativmedizin
Bereits 1992, noch vor der Übernahme des St. Anna Krankenhauses durch die Malteser, nahm im Duisburger Norden das Malteser Hospiz St. Raphael seine Arbeit auf. Im Jahr 2005 eröffnete am Malteser Krankenhaus St. Anna die erste Palliativstation in Duisburg. Auch von hier werden zukünftig Patienten in enger Kooperation an den neuen Ambulanten Palliativpflegedienst vermittelt. Seit Beginn 2006 bündelt das Malteser Palliativzentrum Rhein-Ruhr die Einrichtungen Malteser Hospiz St. Raphael, Ambulanter Palliativdienst, Ambulanter Palliativpflegedienst, Schmerzambulanz, Palliativstation sowie Beratung und Begleitung für trauernde Hinterbliebene. Hinzu kommen Bildungsangebote für unterschiedliche Berufsgruppen. Im Malteser Palliativzentrum Rhein-Ruhr engagieren sich Mediziner, Pflegefachkräfte, Sozialarbeiter, Seelsorger, Psychoonkologen und Ehrenamtliche sowie andere Berufsgruppen. Damit wurde das umfassendste Palliativangebot in der Region geschaffen.
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