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Kategorie: Gesellschaft

Äthiopien: Nein zur Mädchenbeschneidung

Die Kindheit der meisten äthiopischen Mädchen endet früh und in vielen Fällen auf brutale Weise. Nahezu 80 Prozent der Mädchen werden an ihren Genitalien beschnitten. Jedes zweite Mädchen wird verheiratet, bevor es das 14. Lebensjahr erreicht hat. Bei zwei von drei Mädchen beginnt die Ehe mit einer Entführung und vielfach auch mit einer Vergewaltigung. Ihre Eltern müssen den Täter als Schwiegersohn akzeptieren, wollen sie die Ehre ihrer Tochter retten.

UNICEF unterstützt ein Programm, um das Schweigen über die Jahrhunderte alten Traditionen zu brechen. Schlüsselfiguren hierfür sind Dorfälteste, Lehrer und Mitglieder einheimischer Hilfsorganisationen. Sie lernen durch UNICEF, dass Beschneidungen und zu frühe Schwangerschaften eine Ursache für die hohe Müttersterblichkeit im Land sind. UNICEF hilft ihnen, dieses Wissen weiterzugeben und unterstützt die Bildung von Dorfkomitees, die gegen Beschneidung und weitere grausame Traditionen kämpfen.

UNICEF klärt religiöse Führer, Lehrer, Ärzte und Polizisten darüber auf, wie gefährlich die Beschneidung und andere althergebrachte Verhaltensweisen für die Mädchen sind. UNICEF ermutigt sie, dieses Wissen an Dorfbewohner, Schüler und Patienten weiter zu geben. An den Fortbildungen nehmen auch Kleinkünstler teil, die in Theaterstücken, Musik und Bildern erzählen, was die Mädchen durchleiden. Sie regen dazu an, Mädchen ernst zu nehmen und ihre Rechte zu achten.

UNICEF fördert die Gründung von Schulclubs und Dorf-initiativen. Die Jungen sind die Männer von morgen, die sich bewusst anders verhalten und so ihren Frauen grausames Leid ersparen können. Die Mädchen werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und lernen, sich zu schützen. Mit Radiospots in verschiedenen Sprachen macht UNICEF auf ihre Rechte aufmerksam.

UNICEF leistet praktische Hilfe für Vergewaltigungsopfer und Mädchen, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen. UNICEF berät sie in rechtlichen Fragen und ermöglicht ihnen eine Berufsausbildung. Mit dem selbstverdienten Geld können die Mädchen zum Familieneinkommen beitragen. Sie schaffen so auch für die Familie eine Alternative zur Zwangsehe.

Äthiopien: Nein zur Mädchenbeschneidung

ZoomDie Kindheit der meisten äthiopischen Mädchen endet früh und in vielen Fällen auf brutale Weise. Nahezu 80 Prozent der Mädchen werden an ihren Genitalien beschnitten. Jedes zweite Mädchen wird verheiratet, bevor es das 14. Lebensjahr erreicht hat. Bei zwei von drei Mädchen beginnt die Ehe mit einer Entführung und vielfach auch mit einer Vergewaltigung. Ihre Eltern müssen den Täter als Schwiegersohn akzeptieren, wollen sie die Ehre ihrer Tochter retten.

UNICEF unterstützt ein Programm, um das Schweigen über die Jahrhunderte alten Traditionen zu brechen. Schlüsselfiguren hierfür sind Dorfälteste, Lehrer und Mitglieder einheimischer Hilfsorganisationen. Sie lernen durch UNICEF, dass Beschneidungen und zu frühe Schwangerschaften eine Ursache für die hohe Müttersterblichkeit im Land sind. UNICEF hilft ihnen, dieses Wissen weiterzugeben und unterstützt die Bildung von Dorfkomitees, die gegen Beschneidung und weitere grausame Traditionen kämpfen.

So können Sie helfen

Eine sechsmonatige Ausbildung im Friseurhandwerk kostet 153 Euro. Sie hilft einem Mädchen, das zur Ehe gezwungen wurde, sich ein eigenes Leben aufzubauen.


Für 58 Euro können zehn religiöse Führer an einer Schulung über die Gefahren der Beschneidung teilnehmen
Grausamen Traditionen schutzlos ausgeliefert
Vier von fünf äthiopischen Mädchen sind beschnitten. Bei dem Eingriff, der meist ohne jede Betäubung mit Rasierklingen, Messern oder Glasscherben durchgeführt wird, erleiden sie unvorstellbare Qualen. Später kommt es häufig zu chronischen Entzündungen, lebensgefährlichen Komplikationen bei den Geburten sowie großen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Und dies ist nur das erste Kapitel auf dem langen Leidensweg vieler Mädchen: Gelingt es einem Mann, ein Mädchen zu entführen, bekommt er nach alter Tradition das Recht, dieses Mädchen zu heiraten. Die Eltern müssen der Ehe zustimmen, denn kein anderer Mann würde sich eines auf diese Weise entehrten Mädchens annehmen. Sie selbst haben meist nicht die Mittel, um die Tochter über das Heiratsalter hinaus zu ernähren. In den südlichen Regionen Äthiopiens werden über 90 Prozent der Ehen auf diese Art und Weise geschlossen.


ZoomWissen ist der Schlüssel für Veränderung
Traditionen wie die Mädchenbeschneidung lassen sich nicht allein durch Verbote unterbinden. Nur wer weiß, welche Gefahren und welches Leid damit verbunden sind, wird sein Verhalten dauerhaft ändern. UNICEF leistet deshalb intensive Aufklärungsarbeit - mit Erfolg: Ein Beispiel dafür ist Arsi Negele, eine Region, in der es auf dem Land oft noch undenkbar ist, dass eine unbeschnittene Frau heiratet. Hier haben jetzt erstmals 15 junge Männer geheiratet, ohne dass ihre Bräute das grausame Ritual durchleiden mussten.

UNICEF klärt religiöse Führer, Lehrer, Ärzte und Polizisten darüber auf, wie gefährlich die Beschneidung und andere althergebrachte Verhaltensweisen für die Mädchen sind. UNICEF ermutigt sie, dieses Wissen an Dorfbewohner, Schüler und Patienten weiter zu geben. An den Fortbildungen nehmen auch Kleinkünstler teil, die in Theaterstücken, Musik und Bildern erzählen, was die Mädchen durchleiden. Sie regen dazu an, Mädchen ernst zu nehmen und ihre Rechte zu achten.

UNICEF fördert die Gründung von Schulclubs und Dorf-initiativen. Die Jungen sind die Männer von morgen, die sich bewusst anders verhalten und so ihren Frauen grausames Leid ersparen können. Die Mädchen werden in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und lernen, sich zu schützen. Mit Radiospots in verschiedenen Sprachen macht UNICEF auf ihre Rechte aufmerksam.

UNICEF leistet praktische Hilfe für Vergewaltigungsopfer und Mädchen, die gegen ihren Willen verheiratet werden sollen. UNICEF berät sie in rechtlichen Fragen und ermöglicht ihnen eine Berufsausbildung. Mit dem selbstverdienten Geld können die Mädchen zum Familieneinkommen beitragen. Sie schaffen so auch für die Familie eine Alternative zur Zwangsehe.

Beschneiderinnen verdienen in der Regel vergleichsweise gut. Sie brauchen einen finanziellen Ausgleich, um ihren Beruf aufgeben zu können. UNICEF sucht nach alternativen Einkommensmöglichkeiten für die Frauen. Sie lernen auch, ihr medizinisches Wissen und ihre angesehene gesellschaftliche Stellung für die Information über die Gefahren der Mädchenbeschneidung einzusetzen.

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