Anfang des Jahres wurden einhundert Familien mit Schafen versorgt. Zum einen, um den Tieren das Fell über die Ohren zu ziehen und zu verkaufen, hauptsächlich aber, um neue Schafe zu züchten und Produkte wie Wolle und Fleisch auf dem Markt anzubieten „All das klappt wunderbar“, sagt Claudia Hoechst, die das Projekt von WORLD VISION-Seite betreutund sich erst vor wenigen Tagen vor Ort vom Erfolg des Programms überzeugte.
Hoechst: „Dank einer Kompaktausbildung in landwirtschaftlicher Betriebswirtschaft lernen die Menschen auch, wie sie die Produkte am gewinnbringendsten verkaufen. Unser Ziel ist es, dass möglichst viele Familien von dem Projekt profitieren. Wenn unsere Rechnung aufgeht, werden es letztendlich 15.000 Menschen sein. “
Einer von ihnen ist Alimhan Eskaev. Seine Beine hat der ehemalige Bauer auf dem Feld verloren, als er auf eine der unzähligen Minen trat. Er konnte nicht mehr arbeiten. Seine Familie hungerte.
„Dann kamen die Schafe. Heute geht es uns wieder gut. Endlich“, sagt Eskaev. Seine Söhne kümmern sich um die Tiere, müssen somit nicht nach Moskau abwandern, was derzeit eines der größten Probleme Tschetscheniens ist. „Um Geld für ihre Familien zu verdienen, sind bereits viele meiner Nachbarn weggezogen. Die Familien wurden zerstört“, erklärt Eskaev.
Die Folge der Abwanderung: Die sozialen und kulturellen Strukturen des Landes lösen sich auf.
„Programme wie diese, wo man die Resultate ganz konkret sehen kann, verhindern das“, sagt Programmleiterin Hoechst. Und Eskaev fügt hinzu: „Dank der Schafe bleibt meine Familie zusammen.“
Das Tierzucht-Programm wurde gemeinsam mit Spezialisten der Welternährungsorganisation (FAO) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen(UNDP) erarbeitet und wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt.
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