"Ich war sehr erstaunt zu hören, dass dieser Baum Superkräfte besitzt", erzählt Coulibaly. "Ich machte mich sofort auf die Suche nach dem Moringa und probierte ein Pulver, das aus seinen Blättern hergestellt wird. Ich hatte nämlich verschiedene Gesundheitsprobleme und wollte wissen, ob mir der Baum helfen kann."
Ein Jahr ist seitdem vergangen. Bourema Coulibaly und seine Frau Salima haben inzwischen vielen Nachbarn von dem "Power-Baum" erzählt. Salima leidet unter anderem an Magengeschwüren. Sie sagt, dass das Moringa-Pulver ihren Magen beruhigt und ihr neue Lebensqualität geschenkt habe.
Den Ruf als "Power"- oder "Wunderbaum" verdankt der Moringa seinen Blättern, die siebenmal mehr Vitamin C enthalten als Orangen, viermal soviel Calcium und doppelt soviel Protein wie Milch, dreimal soviel Kalium wie Bananen und viermal soviel Vitamin A wie Karotten.
Die hohe Vitamin-Konzentration stärkt das Immunsystem und kann so unter anderem auch der Blindheit durch Vitamin-A-Mangel vorbeugen. "Wir lernen soviel über die Wirkungen des Moringa, seit wir ihn in den Dorfgemeinschaften bekannt gemacht haben", berichtet Anastasie Kone, Entwicklungshelferin im kanadischen Regionalentwicklungsprogramm Dieli.
Familien der Patenkinder pflanzten letztes Jahr hunderte Moringa-Setzlinge, die aus dem Niger nach Mali kamen. Auch aus der Umgebung kamen aufgrund der Radio- Sendungen viele Menschen ins WORLD VISION-Büro, um mehr über den Baum zu erfahren.Der Moringa-Baum ist zwar nicht neu in Westafrika, aber in vielen Gegenden kaum bekannt. "Ich habe mir früher nichts dabei gedacht, wenn ich den Baum sah, aber jetzt pflegen wir ihn", sagt Bourema Coulibaly, dessen Kinder ebenfalls am Patenschaftsprogramm teilnehmen.
"Unsere ganze Familie benutzt jetzt das Pulver als Nahrungsergänzung", berichtet er. Er hat sieben Kinder und bereits zwei Enkel. Die Mutter seiner Enkel ist schwanger und hat gehört, dass Vitamine für sie besonders wichtig sind. Wenn Coulibalys Baum ausgewachsen ist, werden seine Kinder ihm dabei helfen, die Blätter im Schatten zu trocknen. "Man darf sie nicht in die Sonne legen, weil sie sonst die Vitamine verlieren", betont der Familienvater und erklärt unserem Reporter noch: "Das habe ich auch im Radio gelernt."
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