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Kategorie: Natur

Der Drömling Ein großes Feuchtgebiet wird renaturiert

In den Niederungen zwischen den Flüssen Aller und Ohre enstand in Norddeutschland nach der letzten Eiszeit ein vielfältiges Labyrinth aus Feuchtwiesen, Mooren und Bruchwäldern, heute Heimat für seltene Pflanzen und Tiere.

Wie viele Feuchtgebiete wurde auch der Drömling seit Jahrhunderten entwässert. Der WWF setzt sich deshalb seit fast 30 Jahren mit einem Bündel von Maßnahmen für die Renaturierung dieses knapp 300 Quadratkilometer großen Feuchtgebietes ein.

Der WWF kaufte Gelände auf
Friedrich II. ordnete bereits im 18. Jahrhundert an, den Drömling trockenzulegen. Doch erst die intensivierte Landwirtschaft nach 1945 rückte dem Grundwasser mit Schöpfwerken wirksam zu Leibe. Entwässerte Moorböden wurden beackert, trockengefallene Bruchwälder mit standortfremden Pappeln bepflanzt. In der Folge verloren viele typische Bewohner der Feuchtgebiete wie Schwarzstorch oder Fischotter ihren Lebensraum.

Der WWF wurde schon in den 70er Jahren im niedersächsischem Teil des Drömlings aktiv, indem er Flächen durch Ankauf sicherte und mit Hilfe der Forstbehörden Staumaßnahmen durchführte. In Sachsen-Anhalt, wo sich der größte Teil des Drömlings befindet, wurde 1990 ein Naturpark mit einer 9.000 Hektar großen Kernzone eingerichtet.

Gemeinsam mit den zwei anliegenden Landkreisen gründete der WWF hier einen Naturschutzzweckverband. Dieser kaufte zwischen 1991 und 2003 insgesamt über 3.560 Hektar auf und renaturierte es in Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung. Ende 2003 wurde die Projektförderung erfolgreich abgeschlossen.

Fischotter haben wieder Nachwuchs
In den Wäldern wurden standortfremde Gehölze entfernt und Waldentwässerungen zurückgebaut. Seit Projektbeginn wurden 450 Hektar Acker in Grünland umgewandelt sowie 130 Flachteiche und Flutrasen entwickelt. In den so genannten Kernzonen wurden Flächen der natürlichen Entwicklung überlassen: Hier kann nun wieder Bruchwald entstehen. Feuchtwiesen werden von Landwirten naturverträglich bewirtschaftet.

Der Wasserhaushalt des ganzen Drömlings wurde erheblich verbessert. Heute ist der Drömling ein Wasservogelrastplatz mit internationaler Bedeutung: Fast 10.000 Kraniche, 30.000 Gänse und 95.000 Kiebitze landen hier jedes Jahr.
Bei Bekassinen und Amphibien wachsen wieder die Bestände.

Über 40 Weißstorchpaare ziehen heute im Drömling ihre Jungen auf. Fischotter haben wieder Nachwuchs. Und im Waldreservat brüten wieder Seeadler erfolgreich. Beste Beweise für eine gelungene Renaturierung des Drömlings.

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