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Kategorie: Natur

Gemeinsam mit Bund und Land sollen die Auenwälder der Elbe erhalten werden

Bundesumweltminister Jürgen Trittin beauftragte am 2. November 2001 den WWF mit dem größten Naturschutzvorhaben seiner Geschichte. Seither betreut die Umweltstiftung ein etwa 15 Millionen Euro teures Projekt, mit dem auf einer Fläche von 9.050 Hektar der größte zusammenhängende Auwald der Elbe renaturiert und bewahrt werden soll.

Mitarbeiter des WWF haben dieses auf zehn Jahre angelegte Großschutzprojekt zusammen mit Experten vor Ort entwickelt. Zwei Mitarbeiterinnen des WWF sind im Projektbüro in Dessau für die Koordination und das Projektmanagement verantwortlich.

Was der WWF konkret tut
Im Bereich des Biosphärenreservates soll zwischen Mulde- und Saalemündung ein durchgehender überflutbarer, etwa 2.500 Hektar großer Auenwaldverbund geschaffen werden. Unter der Leitung des WWF wird entlang von etwa 36 Flusskilometern mit Auenwiesen und -wäldern ein Lebensraum für seltene Arten wie Elbebiber, Schwarzstorch, Mittelspecht oder dem Eichenbock gesichert und – wo nötig – renaturiert.

Dazu kauft der WWF artenreiche Überschwemmungswiesen und -wälder an, um sie von Bauern naturnah bewirtschaften zu lassen. Zudem müssen Entwässerungsgräben zugeschüttet und standortfremde Kulturpappeln herausgeschlagen werden.

Etwa 1,5 Millionen Euro zahlt der WWF bis zum Jahr 2011 für die verschiedenen Renaturierungs-Vorhaben zwischen Dessau und Saalemündung, weitere 2,25 Millionen gibt das Land Sachsen-Anhalt. Etwa 11,25 Millionen Euro fließen vom Bundesumweltministerium. Mit diesem Geld soll eine Landschaft geschützt und naturnah entwickelt werden, die einmalig ist in Deutschland.

Wo der Fluss frei fließen kann
Als Teil des Eisernen Vorhanges zwischen Ost und West blieb die Elbe bis 1989 einer der letzten Flüsse in Mitteleuropa, der inmitten einer großräumigen Auenlandschaft auf weiten Strecken noch frei fließen konnte.

Abgehobelt und breitgewalzt von den Gletschern und Geröllmassen der letzten Eiszeiten bildeten sich in der Flusslandschaft von Ton- bis Kieselschichten ein Mosaik verschiedenartiger Böden, die, bei ständig wechselnden Wasserständen und Strömungen, wiederum ganz verschiedenen Pflanzenarten als Standort dienen – wovon wiederum zahlreiche seltene Tierarten profitieren. Auf diese Weise entstand eine Artenvielfalt, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht.

Während sich die Elbe im Frühjahr in eine Seenplatte verwandelt, liegen im Sommer weite Teile ihrer Auen trocken. Weide und Schwarzpappel kommen mit diesen Extremen bestens zurecht.

Sie sind das Rückrat der Auenwälder, die der WWF gemeinsam mit Experten des Biosphärenreservates Mittlere Elbe seit 2001 gezielt schützt und renaturiert. Denn nur wenn ein Auenwald groß genug ist, bauen dort auch Kranich und Schwarzstorch ihre Nester.

Natürlicher Hochwasserschutz
Im Bereich der Ortschaft Lödderitz bei Dessau soll einige hundert Meter hinter dem derzeitigen Hochwasserschutzdeich auf sieben Kilometer Länge ein neuer Deich gebaut werden. Anschließend wird der alte Damm abgerissen.

Danach werden die Hochwasser der Elbe die Auwälder des Lödderitzer Forstes wieder ganz natürlich überfluten können – darunter auch etwa 600 Hektar Eichen- und Ulmenbestände, die an die 250 Jahre alt sind. Durch diese Vergrößerung der natürlichen Überflutungsfläche wird flussabwärts die Hochwassergefahr reduziert.

Die Renaturierung des Lödderitzer Forstes ist zugleich ein Modellfall in Deutschland für den ökologischen Hochwasserschutz und das bisher größte Einzelprojekt des WWF. Die Deichrückverlegung ist Teil der Hochwasserschutzkonzeption des Landes Sachsen-Anhalt und wird maßgeblich vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft unterstützt.

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