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Kategorie: Natur

Neu entdeckt:: der Zwerg vom Kyffhäuser

Nördlichster Nachweis der Nymphenfledermaus / Deutschlandweit zweiter Fund

Im Karstgebiet des Kyffhäusers gelang Mitgliedern der Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringen (IFT) der Nachweis der Nymphenfledermaus. Damit hat Thüringen nun eine neue Fledermausart,, die zwanzigste insgesamt. Dies ist erst der zweite Fund dieser Art in ganz Deutschland. Nachdem im letzten Jahr Forscher die Nymphenfledermaus nahe der französischen Grenze bei Freiburg im Breisgau entdeckten, kommt der neue Nachweis aus der Mitte Deutschlands und damit soweit nördlich wie nirgendwo sonst.

Die Nymphenfledermaus zählt zu den kleinsten Fledermausarten Europas und ist der Bartfledermaus zum Verwechseln ähnlich. Erst im Jahr 2001 konnte die von Wissenschaftlern der Uni Erlangen in Griechenland entdeckte daumengroße Fledermaus anhand genetischer Analysen als eigene Art beschrieben werden. Damals dachte man, diese Art lebt ausschließlich in Griechenland. In den letzten Jahren wurde sie jedoch in einigen anderen südeuropäischen Ländern sowie in Ungarn, Frankreich und der Schweiz nachgewiesen. Und nun wird klar: Die Nymphenfledermaus lebt auch in Mitteleuropa.

Der Thüringer Fund gelang im Kyffhäusergebirge. Schon 1998 hatte das Gutachter-Büro „Nachtaktiv“ dort verdächtige Fledermäuse beobachtet, die sie keiner der damals bekannten Fledermausarten eindeutig zuordnen konnten. Im Sommer 2006 kehrten die Fledermauskundler exakt an diesen Fundort zurück. Mit speziellen Netzen wurden tatsächlich drei Fledermäuse gefangen, kleine Flughautproben entnommen und sofort wieder frei gelassen. Die Proben wurden an der Uni Erlangen genetisch untersucht. Jetzt kam die Bestätigung aus dem Labor: Nymphenfledermäuse!

Biologe Wigbert Schorcht – einer der Entdecker – ist begeistert: „Es ist sehr erstaunlich, dass heutzutage bei uns noch neue Säugetierarten entdeckt werden können. Wer weiß, wie viele weitere Arten in der heimischen Natur noch unbemerkt leben“. Wolfgang Sauerbier von der Unteren Naturschutzbehörde des Kyffhäuserkreises sieht in dem Fund ein weiteres gutes Argument, „alles für den Schutz der Karstgebiete im Kyffhäusergebirge zu tun.“

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