Ein frischer Wind aus Plön, Schleswig-Holstein, könnte jetzt Bewegung in die Entwicklung einer verantwortungsbewussten Zukunft bringen. Vom 4.- 5. September trafen sich dort beim Global Economic Symposium hochkarätige Fachleute aus aller Welt, um über Weltwirtschaft und Ansätze zur Lösungen des Klimawandels zu diskutieren. In diesem Rahmen wurde eine günstige, schlüssige und äußerst pragmatische Lösung diskutiert. Der Ansatz: Millionen Hektar neuer Wald durch Waldsaat. Natürlich, ökonomisch, ökologisch und vor allem sozial gerecht. Damit einhergehend die Etablierung des "Diamond Nature Standard" durch die global agierende, gemeinnützige Stiftung, der WFF (World Forest Friends - Charitable Foundation for Natural Forestation) und ihren Partnern. „Die einfache und seit Jahrmillionen bewährte Methode Waldsaat greift umfassend in die Problemfelder ein und ist ein Lösungsansatz mit Nebenwirkungen, die es in sich haben“, sagt einer der Symposiums-Teilnehmer, Dipl. Forstingenieur Dietmar Gottfriedsen von der World Forest Friends Stiftung.
Der Zweck seiner Stiftung ist die weltweite Förderung von Naturschutz durch Waldsaat. Die WFF ist selbstlos tätig und hat es sich zur Aufgabe gemacht, als gemeinnützige Stiftung Partner und Unterstützer zu finden, die die Wichtigkeit dieses Vorhabens erkennen und es mit ihren Möglichkeiten fördern. „Klimawandel ist in aller Munde und demnächst auch in Form von jährlich mehreren Millionen Einnahmeposten in den Haushalten vieler Länder, die Möglichkeiten zur Aufforstung besitzen“, meint Gottfriedsen.
Durch das Stiftungs-Instrument der „WFF Waldsaatdörfer“ ist es nun möglich, Wüstenbildung umzukehren. So entstehen neue Lebensräume für Menschen, die das Überleben absichern. In der Folge nimmt die Landflucht ab, das Leben wird aufgewertet oder wieder ermöglicht und der Zustrom in die Metropolen gebremst, langfristig sogar umgekehrt. Die Länder werden durch den Erhalt der genetischen Ressourcen durch lokal angepasstes Vorgehen und forstliches Know-how profitieren und die Menschheit durch zuverlässige Verringerung der CO2-Menge in der Atmosphäre. Die profitable Vermarktung der genetischen Besonderheiten durch Lizenzierungen wird möglich. Der Erhalt der Wälder wird durch den Zertifikatehandel ein ökonomisches Instrument, das dem bisherigen Raubbau zuverlässig entgegen wirkt. Dietmar Gottfriedsen: „Der globale Wert dieser Maßnahmen ist ein bedeutender Faktor, um nicht nur die Gerechtigkeit der Völker und die Folgen des Klimawandels für die schon heute am stärksten betroffenen Regionen zu vermindern, sondern für alle einen neuen und sinnvollen Weg im Umgang mit der Erde aufzuzeigen“
Woher kommen die hierfür nötigen finanziellen Mittel? Der künftig rechtlich bindende Rahmen der EU und UN ermöglicht aufgrund der zu erwartenden Ergebnisse der Kyoto-Nachfolgekonferenzen (Kopenhagen Nov. 2009) einen Handel mit CO2-Emissionen auch aus der Neuanlage von Wald. Aktuell findet hier bereits freiwilliger Zertifikatehandel statt. Auf Handelsplattformen wurden bereits 2008 bis zu 15$/to CO2 erzielt. Im Rahmen der künftigen Entwicklung wird jedoch erwartet, dass auch für neuen Wald wesentlich höheren Erlöse in der höchsten Klasse der CDM-Projekte von bereits heute rd. 26$/to anzusetzen sind. Analysten rechnen hier bereits für 2009 mit Werten von 50 bis 60 $/to. Strafzahlungen für Nichtvermeider oder -kompensatoren werden in Höhe von ca. 150 $/to bereits erwartet.
Dies hat längst auch die Global Player unter den Großbanken hellhörig gemacht. Sie legen bereits Finanzinstrumente auf, um auf diesem Feld richtig mitzuspielen. Zahlreiche Länder, wie z. B. Neuseeland, wollen sich CO2-neutral stellen und in vielen Staaten laufen Aufforstungsprojekte großen Ausmaßes. In 152 Staaten pflanzt die UN bis 2009 über 7 Milliarden Bäume. Und erst Ende 2009 steht in Kopenhagen auf der Tagesordnung, was bereits jetzt Realität ist. Niemand kann realistisch erwarten, dass die größten Anstrengungen, den CO2-Ausstoß bald in nennenswertem Umfang zu reduzieren, fruchten. Aber CO2 Kompensation ist mit Waldsaat machbar, bezahlbar und kurzfristig wirksam.
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