Um dieses Konzept weiter zu verfolgen, müssen neue Gleichstromleitungen gebaut werden, da diese wesentlicher weniger Energie auf langen Strecken verlieren als die üblichen Wechselstromleitungen. Wolfgang Nelder von Vattenfall geht sogar noch einen Schritt weiter und spricht von einem europaweiten Netz. Auf diese Weise würden sich die Schwankungen, die die erneuerbaren Energien mit sich bringen, von alleine ausgleichen. Denn irgendwo scheint immer die Sonne.
Der Physiker Gregor Czisch, von dem Institut für Solare Energieversorgungstechnik, erarbeitete ein Konzept für ein europäisches Supernetz. Energie aus Erdwärme und Biomasse aus Deutschland, Sonnenstrom aus Spanien und Marokko, Windstrom aus der westsibirischen Steppe, aus Kasachstan und den Küstengegenden Mauretaniens. Als Puffer sollen die riesigen Wasserspeicherkraftwerke Norwegens dienen, welche, bei Überforderungen der anderen Stromerzeugern, zum Ausgleich Wasser in ihre Turbinen fließen lassen würden. So könnte selbst bei einer Flaute die gesamte EU vier Wochen lang versorgt werden.
Mit diesem Konzept könnte ganz Europa zu 100% mit Strom von erneuerbaren Energien versorgt werden. Dabei würde sich der Anteil der Windenergie auf 70% erhöhen und auf konventionelle Kraftwerke könnte sogar vollkommen verzichtet werden. Dem Forscher zufolge wäre diese Lösung sogar billiger als das heutige System. Darüber hinaus wurde das europäische Supernetz bereits als „Leuchtturmprojekt“ vom Umweltbereit der Bundesregierung vorgeschlagen.
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